Wandern auf La Gomera: Die schönsten Touren & unsere Erfahrungen

Wanderungen auf La Gomera: Nationalpark

La Gomera ist klein, aber beim Wandern unglaublich vielseitig: Du läufst durch den dichten Lorbeerwald im Garajonay, stehst kurz darauf an einem Aussichtspunkt über tiefe sattgrüne Täler und bist wenig später wieder in trockener, fast karger Umgebung unterwegs.

Wir waren selbst auf La Gomera wandern und zeigen dir in diesem Beitrag, welche Regionen und Wanderungen sich besonders lohnen, welche Touren wir selbst gemacht haben und worauf du bei der Planung achten solltest.

Warum sich Wandern auf La Gomera besonders lohnt

Wandern auf La Gomera lohnt sich vor allem dann, wenn du abwechslungsreiche Touren in ganz unterschiedlichen Landschaften suchst.

Genau das ist uns bei unserem Wanderurlaub auf La Gomera besonders aufgefallen:

  • Du hast viel Abwechslung auf kurzer Strecke
    Du startest im dichten Wald, stehst wenig später an einem Aussichtspunkt über tiefe Täler und bist danach plötzlich in einer fast mondähnlichen Landschaft unterwegs.
  • Viele Wanderungen sind schnell erreicht
    Die Ausgangspunkte sind oft gut erreichbar und liegen nah an den Straßen. Du bist meist schnell auf dem eigentlichen Wanderweg.
  • Du findest Touren in jeder Länge
    Von kurzen Runden bis zu längeren Tageswanderungen ist alles dabei. La Gomera eignet sich deshalb sowohl für kurze Wanderstopps als auch für anspruchsvollere Touren.
  • Du kannst flexibel auf das Wetter reagieren
    Auf La Gomera gibt es mehrere Klimazonen. Wenn es in einer Region gerade neblig, windig oder bewölkt ist, kannst du schnell auf eine andere Wanderung ausweichen.

Die besten Regionen um Wandern auf La Gomera im Überblick

Beim Wandern auf La Gomera haben wir schnell gemerkt, dass jede Region ihren eigenen Charakter hat. Je nachdem, wo du unterwegs bist, fühlt sich die Insel komplett anders an.

Garajonay Nationalpark: Wandern im Lorbeerwald

La Gomera: wandern im Nationalpark

Der Garajonay Nationalpark war für uns eines der größten Wanderhighlights auf La Gomera.

Dichter Lorbeerwald, moosbewachsene Bäume, Nebel und schmale Waldwege sorgen hier für eine ganz besondere Stimmung.

Das Schöne am Garajonay:

Du musst keine lange Tageswanderung machen, um den Nationalpark zu erleben. Es gibt viele offiziell markierte Routen in unterschiedlichen Längen. Einige Wege sind nur kurze Rundgänge, andere führen mehrere Stunden durch den Wald oder bis zum Alto de Garajonay, dem höchsten Punkt der Insel.

Wir waren an mehreren Tagen im Garajonay unterwegs und würden dir mindestens eine Wanderung im Nationalpark empfehlen. Besonders gut gefallen haben uns die kurze Ruta 12 durch den typischen Lorbeerwald und die längere Ruta 14 ab Laguna Grande bis zum Alto de Garajonay.

Wenn du genauer wissen willst, welche Routen sich lohnen, wo du am besten startest und was dich im Nationalpark erwartet, findest du alle Infos in diesem Beitrag:

👉 Weiterlesen: Garajonay Nationalpark auf La Gomera: Wanderungen, Routen & unsere Tipps

Norden (Hermigua & Agulo): grün, steil und spektakulär

La Gomera: wandern im Nationalpark

Im Norden zeigt sich La Gomera besonders grün und steil. In Hermigua und Agulo bist du zwischen hohen Berghängen, tiefen Tälern und immer wieder schönen Ausblicken Richtung Küste unterwegs.

Zum Wandern ist diese Region vor allem spannend, wenn du gerne mit Aussicht unterwegs bist und Höhenmeter für dich dazugehören. Viele Touren führen hier bergauf und bergab, dafür bekommst du aber auch genau diese typischen La Gomera-Blicke: grüne Berge, kleine Orte und dahinter das Meer.

Wir sind in Hermigua und Agulo selbst nicht länger gewandert, würden den Norden beim nächsten Mal aber deutlich stärker für Wanderungen einplanen. Die Landschaft ist steil, grün und aussichtsreich, und gerade rund um Agulo, den Mirador de Abrante und die Täler bei Hermigua gibt es viele spannende Tourenmöglichkeiten mit einer Kombination aus Bergen, kleinen Orten und Meerblick.

Mirador de Abrante

Der Mirador de Abrante oberhalb von Agulo ist kein klassischer Wanderstopp, aber einer der bekanntesten Aussichtspunkte im Norden. Von der gläsernen Plattform blickst du über Agulo, die steilen Berghänge und bei klarer Sicht bis nach Teneriffa mit dem Teide. Wenn du im Norden unterwegs bist, lässt sich der Aussichtspunkt gut mit einem Stopp in Agulo verbinden.

Zentral & Süden (Chipude & Fortaleza): weite Landschaften, beeindruckende Täler

Wandern rund um den Fortaleza de Chipude

Rund um Chipude zeigt sich La Gomera weit, offen und rau: mit weiten Hängen, kleinen Orten in der Berglandschaft und der markanten Felsformation Fortaleza de Chipude – auch bekannt als „Tafelberg“

Die Fortaleza de Chipude ist einer der auffälligsten Berge auf La Gomera und mit seinen 1.243 Metern Höhe schon von unten ziemlich beeindruckend. Der kurze Aufstieg zur Fortaleza wird je nach Route mit ungefähr 1,7 bis 2,3 Kilometern und rund 150 Höhenmetern angegeben.

Wir wollten diese Wanderung selbst machen. Leider war es an dem Tag super windig und die starken Böen flogen uns nur so um die Ohren. ab. Da der Weg nach oben felsig ist und man stellenweise kraxeln muss, haben wir uns dagegen entschieden.

Der Blick soll aber spektakulär sein, daher ist diese Wanderung bei gutem Wetter seh zu empfehlen, wenn du in der Region unterwegs bist.

Barranco de Guarimiar: Spektakuläre und anspruchsvolle 10 km

Eine der eindrucksvollsten Wanderungen, die wir auf La Gomera gemacht haben, war die Tour durch den Barranco de Guarimiar. Uns haben vor allem die steilen Felswände, die engen Passagen und die weiten Blicke durch die Schlucht beeindruckt.

Landschaftlich ist die Wanderung richtig abwechslungsreich. Oben waren wir zwischen Kakteen, Sukkulenten und bunten Blumenwiesen unterwegs, die uns stellenweise fast an die Alpen erinnert haben. Weiter unten kamen Terrassenhänge, Palmen und kargere Abschnitte dazu. Besonders witzig waren zwei Ziegen, die plötzlich vor uns standen und uns mindestens genauso überrascht angeschaut haben wie wir sie.

Gleichzeitig ist die Wanderung ziemlich anspruchsvoll. Je nach Strecken-Variante kommst du auf etwa 700 bis 800 Höhenmeter bergauf und bergab, und genau das merkst du unterwegs deutlich. Für diese Tour solltest du feste Wanderschuhe, ausreichend Wasser und genug Zeit mitbringen (ca. 5 Stunden).

Für uns war der Barranco de Guarimiar die beeindruckendste Wanderung auf La Gomera!

Westen (Valle Gran Rey): Wandern & Meer kombinieren

Wandern auf La Gomera im Valle Gran Rey

Rund um Valle Gran Rey ist La Gomera sonniger, trockener und näher am Meer. Landschaftlich erwarten dich hier Palmen, offene Hänge, kleine Orte, Meerblick und die steilen Felswände rund um das Tal.

Wir sind hier wegen Zeitmangel keine richtige Wanderung gegangen, sondern nur an der Promenade vom Hafen in Valle Gran Rey Richtung Hauptstrand spaziert. Schon dabei bekommst du einen guten Eindruck davon, warum die Region so beliebt ist: Meerblick, Palmen, Cafés und diese entspannte Stimmung am Wasser.

Für eine kurze Wanderung kannst du dir den Weg von Casa de la Seda über El Guro in den Barranco de Arure anschauen. Die Strecke ist ca. 1,6 Kilometer lang. Die Route führt in den Barranco de Arure bis zu einem Wasserfall.

Viele längere Wanderungen rund um Valle Gran Rey sind dagegen Streckenwanderungen. Du startest also an einem anderen Punkt, als du später ankommst, und brauchst Bus, Taxi oder eine andere Lösung für den Rückweg.

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Wie du Wanderungen auf La Gomera planst

Anfahrt & Straßen

Kurvige Straßen auf La Gomera

Die Insel ist klein, aber durch die vielen Kurven und Höhenunterschiede sind Wege und Fahrzeiten oft länger, als sie auf der Karte aussehen. Schau dir vorher bei Google Maps an, wie lange der Weg zu den Startpunkten der Wanderstrecken ist und rechne nochmal ca. 20 % Puffer drauf.

👉 Weiterlesen: Wenn du La Gomera individuell mit dem Auto erkunden möchtest, findest du in unserem Mietwagen-Guide alle Tipps und Infos.

Parken & Startpunkte für Wanderungen auf La Gomera

Viele Wanderungen beginnen nicht an großen Wanderparkplätzen, sondern an kleinen Parkbuchten, Aussichtspunkten oder Plätzen direkt an der Straße. In kleinen Orten wie Agulo oder Imada gibt es meist nur wenige Parkmöglichkeiten. Wenn die offiziellen Plätze belegt sind, solltest du nur dort am Straßenrand parken, wo es erlaubt ist und andere Fahrzeuge problemlos vorbeikommen.

Navigation: Schilder & GPX

Für die Orientierung fanden wir die Beschilderung vor Ort oft hilfreich. Trotzdem würden wir dir empfehlen, die Route vorher offline zu speichern, am besten mit GPX-Daten. Gerade in Tälern oder im Wald gibt es oft keinen Empfang.

Wetter & Höhenunterschiede

Auf La Gomera kann das Wetter je nach Region und Höhe sehr unterschiedlich sein.

Während es an der Küste sonnig und warm ist, kann es im Garajonay neblig, feucht und deutlich kühler sein. Andersrum kann genau das aber auch praktisch sein: Wenn das Wetter in einer Region nicht passt, kannst du oft auf eine andere Ecke der Insel ausweichen.

In hohen Lagen ist es oft sehr windig und selbst im Sommer kühl. Unten in den Tälern kann es dann schon einmal 10 bis 15 Grad wärmer sein.

Tipps fürs Wandern auf La Gomera

Für uns haben sich beim Wandern auf La Gomera diese Tipps bewährt:

  • Nimm genug Wasser mit
    Gerade auf offenen oder sonnigen Strecken kann es schnell warm werden. Einkehrmöglichkeiten gibt es unterwegs meistens nicht, deshalb lieber etwas mehr Wasser einpacken.

  • Zieh feste Wanderschuhe an
    Viele Wege sind steinig, uneben oder führen ordentlich bergauf und bergab. Mit festen Schuhen (und ggf. Wanderstöcken) bist du deutlich sicherer und entspannter unterwegs.

  • Pack genug Kleidung und Sonnenschutz ein
    Das Wetter ändert sich auf La Gomera rasant schnell. Pack Regenjacke, Fleece oder eine wärmende Jacke sowie Sonnenschutz ein.

  • Check das Wetter für die jeweilige Wanderung
    Auf La Gomera gibt es mehrere Klimazonen, sodass sich das Wetter je nach Region rasant ändern kann. Schau deshalb konkret für deine Wanderstrecke, wie das Wetter dort angesagt ist. Wir fanden dafür die App Windy sehr hilfreich, weil du dort Wind, Regen, Wolken und Böen gut einschätzen kannst.

  • Starte nicht zu spät
    Viele Touren dauern durch Höhenmeter, Pausen und Fotostopps länger als gedacht. Gerade bei längeren Wanderungen würden wir lieber morgens starten, damit du nicht in Zeitdruck kommst.

Unser Fazit: Lohnt sich Wandern auf La Gomera?

Kurvige Straßen auf La Gomera

Wandern auf La Gomera lohnt sich vor allem, wenn du gerne abwechslungsreiche Touren machst und nicht jeden Tag die gleiche Landschaft sehen willst. Die Insel ist klein, aber beim Wandern erlebst du dichten Wald, steile Schluchten, offene Berglandschaften, Küstenblicke und trockene Regionen in kurzen Abständen.

Besonders gut passt La Gomera zu dir, wenn du gerne aktiv unterwegs bist, Höhenmeter dich nicht abschrecken und du flexibel bist, wenn das Wetter umschlägt und du lieber eine andere Region wählen solltet. Viele Touren sind gut machbar, aber die Insel ist durch die Steigungen, Kurvenstraßen und wechselnden Bedingungen nicht überall komplett „easy“.

Für uns war genau diese Mischung das Besondere: mystische Waldwege im Garajonay, anspruchsvollere Wanderungen wie der Barranco de Guarimiar oder kurze Touren am Meer. Wenn du beim Wandern gerne Abwechslung hast und nicht nur flache Spazierwege suchst, ist La Gomera aus unserer Sicht eine richtig gute Wahl für dich!

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