Garajonay Nationalpark auf La Gomera: Unterwegs im Nebelwald

Der Garajonay Nationalpark ist das grüne Herz von La Gomera und für uns einer der eindrucksvollsten Orte der Insel. Hier wanderst du durch dichten Lorbeerwald, vorbei an moosbedeckten Bäumen, Farnen und schmalen Waldwegen. Wenn Nebel durch die Bäume zieht, wirkt der Wald fast wie ein mystischer Nebelwald.
Anders als in vielen anderen Wandergebieten gibt es im Garajonay nicht die eine große Hauptwanderung. Stattdessen findest du ein ganzes Netz aus markierten Routen. Du kannst also nur eine kurze Runde gehen, mehrere Wege miteinander kombinieren oder eine längere Wanderung bis zum Alto de Garajonay, dem höchsten Punkt von La Gomera, machen.
Wir waren an mehreren Tagen im Garajonay Nationalpark unterwegs und zeigen dir hier, welche Wanderwege sich lohnen, wo du gut starten kannst und worauf du bei der Planung achten solltest.
Garajonay Nationalpark im Überblick: Routen, Startpunkte & Orientierung
Im Garajonay Nationalpark findest du viele offiziell markierte Wanderwege mit festen Nummern, zum Beispiel Ruta 1, Ruta 2, Ruta 12 oder Ruta 14. Insgesamt gibt es 18 ausgeschilderte Routen, die sich deutlich in Länge, Höhenmetern und Landschaft unterscheiden.
Die kürzeste Route ist nur etwa 0,7 Kilometer lang, während längere Wanderungen wie die Ruta 14 oder Ruta 9 rund 10 Kilometer lang sind. Wenn du mehrere Wege miteinander kombinierst, kannst du deine Wanderung aber auch deutlich ausweiten.

Die Startpunkte liegen an ganz unterschiedlichen Stellen im Nationalpark. Wenn du durch den Garajonay fährst, kommst du immer wieder an Parkplätzen, kleinen Haltebuchten und Aussichtspunkten vorbei. Dort stehen meist große Übersichtsschilder mit Informationen zu den Routen, zur Länge, zum Höhenprofil und zu möglichen Kombinationen mit anderen Wegen.
Genau das macht den Garajonay super zum Planen:
Du kannst vor Ort relativ flexibel entscheiden, ob du nur kurz in den Lorbeerwald eintauchen möchtest oder eine längere Wanderung machst.
Guter Ausgangspunkt: Laguna Grande (Parkplatz)
Ein zentraler Ausgangspunkt im Nationalpark ist die Gegend rund um die Laguna Grande. Hier findest du einen größeren Parkplatz, ein Besucherzentrum mit Restaurant sowie Toiletten. Von dort starten mehrere Wanderwege, sodass sich der Ort gut als Einstieg eignet, wenn du dir vor Ort noch nicht ganz sicher bist, welche Route du gehen möchtest.
Auch die Ruta 14 startet an der Laguna Grande. Sie ist eine gute Wahl, wenn du nicht nur kurz durch den Lorbeerwald laufen möchtest, sondern eine längere und abwechslungsreiche Wanderung durch den Garajonay suchst.
Unsere Wanderungen im Garajonay Nationalpark
Wir sind an drei Tagen im Garajonay Nationalpark gewandert, weil uns diese Region so begeistert hat. Besonders empfehlen würden wir dir zwei sehr unterschiedliche Touren:
Die Ruta 12 ist eine kurze Runde durch den typischen Lorbeerwald und perfekt, wenn du nur wenig Zeit hast oder erst einmal einen Eindruck vom Nationalpark bekommen möchtest.
Die Ruta 14 ist deutlich länger und abwechslungsreicher. Sie führt von Laguna Grande bis zum Alto de Garajonay und zeigt dir viele verschiedene Seiten des Nationalparks.
Ruta 12: Kurze Rundwanderung durch den Lorbeerwald (1,2 km)
Die Ruta 12 ist eine kurze Rundwanderung von etwa 1,2 Kilometern und startet am Parkplatz Raso de la Bruma. Wenn du nur wenig Zeit hast oder ohnehin durch den Garajonay Nationalpark fährst, lohnt sich hier ein kurzer Stopp.
Die Route ist vor Ort gut ausgeschildert und führt dich in etwa 30 bis 45 Minuten durch den typischen, oft nebelverhangenen Lorbeerwald. Schon auf dieser kurzen Strecke bekommst du einen sehr guten Eindruck vom Garajonay: moosbedeckte Bäume, dichter Wald und diese ruhige, feuchte Stimmung, die den Nationalpark so besonders macht.
GPX-Daten brauchst du für diese Wanderung nicht. Wenn du sie leicht erweitern willst, kannst du diese Route gehen, die mit 2,2 km ein bisschen länger ist:
Ruta 14: Vielseitige Wanderung durch den Garajonay bis zum Alto de Garajonay (10 km)

Die Ruta 14 war unsere längere Wanderung im Garajonay Nationalpark. Sie ist etwa 10 Kilometer lang, startet an der Laguna Grande und führt bis zum Alto de Garajonay, dem höchsten Punkt von La Gomera. Für die Wanderung solltest du ungefähr 4 bis 5 Stunden einplanen.
Besonders gefallen hat uns, wie stark sich die Landschaft unterwegs verändert. Du wanderst durch dichten Lorbeerwald, kommst an moosbewachsenen Bäumen vorbei und erreichst später offenere Abschnitte und kleine gewundene Pfade Richtung Gipfel.
Je nach Wetter fühlt sich die Wanderung komplett anders an. Bei Sonne und klarem Himmel hast du vom Alto de Garajonay weite Ausblicke über La Gomera und bei guter Sicht sogar bis zu den Nachbarinseln. Wenn Nebel durch den Wald zieht, ist die Stimmung dagegen viel ruhiger, feuchter und mystischer.
So war es auch bei uns: Wir fühlten uns stellenweise wie im Märchenwald.
Unterwegs wechselst du zwischen schattigen Waldabschnitten, offenen Bereichen und dem Anstieg Richtung Gipfel. Die Route ist insgesamt gut ausgeschildert, trotzdem würden wir dir eine GPX-Karte empfehlen. Damit läufst du deutlich entspannter.
Das Schöne an der Ruta 14 ist, dass sie sich bei vielen Wetterlagen lohnt. Nur bei starkem Regen, Sturm oder sehr schlechter Sicht würden wir die Wanderung nicht empfehlen.
Gut zu wissen fürs Wandern im Garajonay

- Im Garajonay kann es deutlich kühler, feuchter und windiger sein als an der Küste. Pack deshalb auch bei Sonne eine Regenjacke und ein paar warme Schichten ein.
- Schau nicht nur nach dem Wetter für La Gomera allgemein. Im Nationalpark kann es neblig und frisch sein, während unten an der Küste die Sonne scheint. Wir hatten zwischen Küste und Nationalpark teilweise bis zu 15 Grad Temperaturunterschied.
- Die Wege sind oft gut markiert, trotzdem würden wir die Route vorher offline als GPX-Route speichern, weil du im Wald nicht überall Empfang hast. Dies macht insbesondere dann Sinn, wenn du mehrere Routen miteinander kombinieren möchtest.
Unser Fazit zum Garajonay Nationalpark

Für uns gehört der Garajonay Nationalpark zu den Orten, die du auf La Gomera nicht auslassen solltest.
Schon kurze Wege reichen, um die besondere Atmosphäre des Lorbeerwalds zu erleben. Wenn du mehr Zeit hast, kannst du mehrere Routen kombinieren oder eine längere Wanderung einplanen.
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