La Gomera: Tipps für Sehenswürdigkeiten & Planung
La Gomera sieht auf der Karte klein aus, fühlt sich unterwegs aber überraschend vielseitig an: steile Täler, dichter Lorbeerwald, raue Bergregionen und kleine Orte, die oft ganz anders wirken als der nächste Küstenabschnitt. Für uns war La Gomera vor allem ein Ziel für Natur, Wanderungen, Aussichtspunkte und ruhige Tage abseits der großen Kanaren-Hotspots.
Wir waren selbst auf La Gomera unterwegs und zeigen dir hier, was du für deine Planung wissen solltest: von Unterkunft und Mietwagen über die Anreise mit der Fähre bis zu Wanderungen, Aussichtspunkten und den schönsten Regionen der Insel.
Für wen lohnt sich La Gomera?

La Gomera lohnt sich besonders, wenn du gerne aktiv unterwegs bist, Natur liebst und eine ruhigere Kanareninsel suchst. Die Insel ist ideal für Wanderungen, kleine Roadtrips, Aussichtspunkte und entspannte Tage in kleinen Orten.
Wenn du lange Sandstrände, große Hotelanlagen, viel Nachtleben oder eine klassische Badeinsel suchst, passt La Gomera wahrscheinlich weniger gut zu dir. Die Strände sind schön für kurze Stopps, Spaziergänge oder eine Abkühlung, aber für uns ist La Gomera eher eine Insel zum Draußensein als zum reinen Am-Strand-Liegen.
Beste Reisezeit für La Gomera
La Gomera ist grundsätzlich ein ganzjähriges Reiseziel. Die Temperaturen liegen grob zwischen 20 und 27 Grad am Tag und etwa 13 bis 21 Grad in der Nacht. Selbst im Winter bleibt es mild, im Sommer wird es warm, aber selten extrem heiß.
Die beste Reisezeit hängt davon ab, was du vorhast: Zum Wandern finden wir Frühjahr und Herbst besonders angenehm, zum Baden sind eher Juli bis Oktober ideal, weil Luft und Wasser dann am wärmsten sind.
Wichtig ist aber: Das Wetter kann je nach Region stark wechseln. Im Süden und an der Küste ist es oft sonnig und warm, während es im Garajonay Nationalpark oder in höheren Lagen neblig, windig, feucht und deutlich kühler sein kann. Wir hatten im April teilweise messbare Temperaturunterschiede von bis zu 15 Grad zwischen Küste und Höhenlagen.
Anreise nach La Gomera: Flug & Fähre

La Gomera erreichst du am einfachsten über Teneriffa. Die meisten Reisenden fliegen nach Teneriffa Süd und fahren von dort zum Hafen von Los Cristianos. Von dort geht es mit der Fähre nach San Sebastián de La Gomera.
Die Verbindung wird von Fred. Olsen Express und Naviera Armas bedient. Die Überfahrt dauert meist etwa 50 Minuten. Wichtig ist, dass du Flug und Fähre zusammen planst: Bei unserer Reise fuhr die letzte passende Fähre am Abend gegen 19-20 Uhr.
Wenn du erst am Nachmittag auf Teneriffa landest, solltest du deshalb unbedingt prüfen, ob du die Fähre am selben Tag noch erreichst. Ansonsten den Flug lieber früher buchen oder eine Zwischenübernachtung auf Teneriffa einplanen.
Wo übernachten auf La Gomera?
La Gomera ist zwar nicht groß, aber die Wahl des Ausgangsortes macht trotzdem viel aus. Durch die Berge, Kurven und wenigen Querverbindungen können Strecken länger dauern, als sie auf der Karte aussehen. Deshalb lohnt es sich, vor der Buchung kurz zu überlegen, welche Region am besten zu deiner Reise passt.
San Sebastián de La Gomera & Umgebung

San Sebastián ist der Hauptort der Insel und für viele der erste Kontakt mit La Gomera, weil hier die Fähren von Teneriffa ankommen. Der Ort ist praktisch für Anreise, Restaurants, Einkäufe und Ausflüge in verschiedene Richtungen.
Wir haben in Chejelipes nahe San Sebastián übernachtet und fanden die Lage für unsere Reise richtig gut: ruhig, grün und etwas abseits, aber trotzdem nah genug an San Sebastián für Einkäufe, Restaurants, die Fähre und Ausflüge mit dem Mietwagen. Für uns war das eine sehr gute Mischung aus Ruhe und Infrastruktur.
Auch der schwarze Strand direkt in San Sebastián ist schön für einen kurzen Stopp. Wenn du nicht komplett abgeschieden wohnen möchtest und viel mit dem Mietwagen unternehmen willst, kann San Sebastián oder die Umgebung ein guter Ausgangspunkt sein.
Passt gut, wenn du die Mischung suchst: schnelle Anreise, Cafès und Restaurants, ein bisschen Strandfeeling sowie Ausflüge mit dem Mietwagen.
Valle Gran Rey

Valle Gran Rey ist eine der bekanntesten Urlaubsregionen auf La Gomera und liegt landschaftlich richtig schön zwischen steilen Berghängen, Palmen und Meer. Entlang der Küste findest du mehrere kleine Ortsteile, eine Promenade, Cafés, Restaurants und Badestellen. Besonders schön ist ein Spaziergang vom Hafen in Vueltas Richtung Hauptstrand.
Passt gut, wenn du am Meer wohnen möchtest und dir viele Cafés & Restaurants und eine gute Infrastruktur wichtig sind.
Playa Santiago
Playa Santiago liegt im Süden von La Gomera und ist ebenfalls ein guter Ort, wenn du gerne in Meernähe wohnen möchtest. Der Ort ist ruhiger als Valle Gran Rey, bietet aber trotzdem Strand, Restaurants und eine gute Basis für Ausflüge mit dem Mietwagen.
Passt gut, wenn du einen ruhigeren Ort am Meer suchst und trotzdem nicht komplett abgeschieden wohnen möchtest.
Hermigua, Agulo & Vallehermoso
Der Norden rund um Hermigua, Agulo und Vallehermoso ist grün, steil und landschaftlich richtig schön. Dich erwarten tiefe Täler, kleine Orte, Bananenplantagen, Küstenblicke und Aussichtspunkte wie der Mirador de Abrante.
Die Region eignet sich gut, wenn du ruhig wohnen möchtest und eine landschaftlich eindrucksvolle Umgebung suchst. Zwischen grünen Tälern, kleinen Orten und schönen Ausblicken bekommst du hier eine sehr ursprüngliche Seite von La Gomera mit.
Passt gut, wenn du ruhig wohnen möchtest, grüne Täler und kleine Orte magst und La Gomera etwas ursprünglicher erleben willst.
Fortbewegung auf La Gomera

Auf La Gomera bist du am flexibelsten mit dem Mietwagen unterwegs. Vor allem für Aussichtspunkte, Wanderungen, kleine Orte und spontane Stopps fanden wir ein Auto sehr hilfreich. Wir würden den Mietwagen deshalb vorab vergleichen, besonders wenn du in der Hauptreisezeit reist oder direkt nach der Fähre starten möchtest.
Es gibt auf La Gomera auch Busverbindungen, die vor allem die größeren Orte miteinander verbinden. Für einzelne Strecken kann das funktionieren, für spontane Ausflüge oder mehrere Stopps an einem Tag ist der Bus aber deutlich weniger flexibel.
Taxis für kurze Strecken oder einzelne Fahrten gibt es vor allem in den größeren Orten wie San Sebastián und Valle Gran Rey. Eine Taxi-App wie Uber oder Grab gibt es auf La Gomera nicht.
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Sehenswürdigkeiten auf La Gomera
La Gomera hat keine langen Listen klassischer Sehenswürdigkeiten, bei denen du nur von Punkt zu Punkt fährst. Für uns lebt die Insel eher von Landschaften, Aussichtspunkten, kleinen Orten und besonderen Naturregionen.
Garajonay Nationalpark
Der Garajonay Nationalpark war für uns eines der größten Highlights auf La Gomera. Der dichte Lorbeerwald, die feuchte Nebelwald-Stimmung und die vielen Wanderwege machen den Nationalpark zu einem der besonderen Orte der Insel.
👉 Zum Guide: Garajonay Nationalpark auf La Gomera: Wandern im Nebelwald
Roque de Agando & Aussichtspunkte an der Hauptstraße GM-2

Rund um die Hauptstraße GM-2 findest du einige der schönsten Aussichtspunkte der Insel. Deshalb lohnt es sich, diese Strecke mindestens einmal mit etwas Zeit zu fahren und unterwegs an mehreren Aussichtspunkten zu halten. Besonders markant ist der Roque de Agando, einer der bekanntesten Felsen auf La Gomera.
Fortaleza de Chipude
Die Fortaleza de Chipude ist ein markanter Tafelberg im Inselinneren, den du von vielen Punkten aus siehst. Eine kurze, steile Wanderung führt dich bis nach oben. Von dort hast du bei gutem Wetter einen weiten Blick über die Berglandschaft von La Gomera.
Wir wollten die Wanderung selbst machen, haben uns vor Ort aber wegen starkem Wind, Böen und leichtem Regen dagegen entschieden. Da der Aufstieg stellenweise felsig ist, würden wir die Tour nur bei passenden Bedingungen machen.
San Sebastián de La Gomera
San Sebastián ist der Hauptort der Insel und der Ort, an dem die Fähre von Teneriffa ankommt. Bei einem kurzen Stadtbummel kannst du durch die kleine Altstadt rund um die Calle Real laufen, den Torre del Conde, einen historischen Wehrturm, anschauen und einen Blick in die Iglesia de la Asunción, eine der wichtigsten Kirchen der Insel, werfen. Die Casa de Colón ist ein kleines Museum in einem alten Herrenhaus und erinnert an den Zwischenstopp von Christoph Kolumbus auf La Gomera. Direkt am Ort findest du außerdem einen dunklen Stadtstrand.
Wandern auf La Gomera
La Gomera ist für uns eine der spannendsten Wanderinseln der Kanaren. Auf kleinem Raum wechseln die Landschaften stark: dichter Lorbeerwald im Garajonay, grüne Täler im Norden, offene Bergregionen rund um Chipude und trockenere Küstenabschnitte.
👉 Zum Wander-Guide: Wandern auf La Gomera: Die schönsten Touren & unsere Erfahrungen
Kosten auf La Gomera
La Gomera kam uns insgesamt etwas preiswerter vor als Deutschland. Besonders Mietwagen, Benzin, einfache Restaurants, Cafés und Supermärkte waren vergleichsweise günstig.
🍕 Restaurant: Für zwei Pizzen mit Getränken haben wir im Restaurant etwa 25 Euro bezahlt.
☕ Café: Für einen Kaffee kannst du grob mit 2 bis 3 Euro rechnen.
🛒 Supermarkt: Regionale Produkte wie Obst und Gemüse sowie Wasser, Brot, Käse, Nudeln usw. waren günstiger als in Deutschland. Importierte Produkte sind hingegen teurer. In kleinen Orten ist die Auswahl allerdings begrenzter.
⛴️ Fähre: Die Preise hängen stark davon ab, ob du mit oder ohne Auto unterwegs bist. Für eine Fährüberfahrt ohne Auto kannst du ca. mit 30 bis 40 Euro pro Person und Fahrt rechnen. Mit Auto liegen die Preise bei ca. 80 bis 100 Euro pro Person.
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💳 Bezahlung: Wir konnten fast überall mit Karte bezahlen. Etwas Bargeld schadet trotzdem nicht, vor allem für kleine Cafés, Trinkgeld oder andere Kleinigkeiten.
Packliste für La Gomera
Für La Gomera solltest du den Zwiebellook einpacken. An der Küste kann es warm und sonnig sein, in den Bergen dagegen deutlich kühler, windiger oder feuchter.
- 🥾 Wanderschuhe: für Waldwege im Garajonay und unebene Bergpfade – Turnschuhe reichen oft nicht
- 🌧️ Regenjacke: für feuchte oder windige Tage in höheren Lagen
- 🧥 Fleece oder dünne warme Jacke: vor allem für Berge und kühlere Abende
- 🧣 Buff / Multifunktionstuch: hilfreich bei Wind, Sonne und kühleren Temperaturen in den Bergen
🧴 Sonnenschutz: Sonnencreme, Sonnenbrille und Kopfbedeckung - 🎒 Tagesrucksack: praktisch für Ausflüge, Wanderungen und Strandstopps
- 💧 Trinkflasche: gerade bei Ausflügen und längeren Fahrten sinnvoll
- 📱 Offlinekarte oder Navi-App: hilfreich, wenn unterwegs der Empfang schlechter ist. Für Wanderungen sind GPX-Daten auf dem Smartphone praktisch.
- 👙 Badesachen: für Strände, Pools oder eine kurze Abkühlung
- 🔌 USB-Adapter fürs Auto: praktisch, wenn du viel mit dem Mietwagen unterwegs bist, um Smartphone und Kamera unterwegs zu laden
Unser Fazit zu La Gomera
Für uns ist La Gomera ein Reiseziel für alle, die gerne aktiv unterwegs sind: wandern, Aussichtspunkte anfahren, kleine Orte entdecken und unterschiedliche Landschaften erleben. Besonders gut gefallen hat uns, dass du an einem Tag durch dichten Lorbeerwald laufen, am Meer spazieren und durch raue Berglandschaften fahren kannst.
Wenn du genau diese Mischung suchst, ist La Gomera eine richtig schöne Wahl für eine Kanarenreise abseits der großen Insel-Hotspots.

