Rotorua in Neuseeland: Schwefelstadt, Geysire & Maori-Kultur

Wenn du auf das Städtchen Rotorua zufährst, siehst du schon von weitem dichte Nebelschwaden über der Landschaft hängen – und es dauert nicht lange, bis auch deine Nase merkt, dass du den berühmten Thermalquellen immer näher kommst. Nicht umsonst trägt Rotorua den Spitznamen „Schwefelstadt“: Der Geruch erinnert tatsächlich ein bisschen an faule Eier, an den man sich aber erstaunlich schnell gewöhnt.
Trotz Dauerregen am vierten Tag unserer Neuseeland-Reise war unsere Vorfreude riesig. Schließlich ist Rotorua bekannt für seine Geysire, brodelnden Schlammpools und heißen Quellen – und gleichzeitig eines der wichtigsten Zentren der Maori-Kultur. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten: Unser erster Stopp würde uns nicht nur beeindruckende Natur zeigen, sondern auch eine Begegnung mit einem der seltensten und typischsten Tiere Neuseelands bescheren.
Rotorua lässt sich perfekt in eine Neuseeland-Rundreise integrieren, zum Beispiel als Zwischenstopp auf dem Weg zur Coromandel-Halbinsel, nach Taupo oder der Waitomo-Region.
Wo übernachten in Rotorua?
Wenn du mit dem Mietwagen unterwegst bist, hast du in Rotorua die Wahl:
Entweder direkt in der City wohnen und das besondere Feeling der Schwefelstadt mitnehmen, oder etwas außerhalb mit Blick auf den See die wunderschöne Natur genießen.
Auch für Camper und Zeltreisende gibt es in der Region mehrere Campingplätze und Holiday Parks in der wunderschönen Natur und mit guter Lage zu den wichtigsten Attraktionen.
Hotels und Ferienunterkünfte in Rotorua
Dise Hotels und Unterkünfte in und rund um Rotorua sind aufgrund ihrer Lage und Ausstattung empfehlenswert:
Tipp für Unterkünfte in Rotorua
Rotorua ist vor allem in der neuseeländischen Hauptsaison sehr gefragt. Die gut gelegenen Hotels, Ferienunterkünfte und Campingplätze sind dann oft schnell ausgebucht. Wenn du in den Sommermonaten oder zu Ferienzeiten reist, lohnt es sich, Unterkünfte frühzeitig zu reservieren.
Te Puia in Rotorua: Maori-Kultur & Pōhutu Geysir
Unser erster Stopp in Rotorua führte uns ins Te Puia Geothermal Valley – einen für die Maori, die indigene Bevölkerung Neuseelands, besonders bedeutenden kulturellen Ort. Der Eintritt ist hier mit einer geführten Tour durch das Te Puia Maori Arts and Crafts Institute verbunden, bei der man spannende Einblicke in Kunsthandwerk, Traditionen und die Geschichte der Maori erhält.
Te Puia zählt zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten rund um Rotorua. Es werden verschiedene Touren in unterschiedlicher Länge angeboten, und wir konnten kurzfristig noch ein Ticket ergattern. Besonders schön fanden wir, dass man mit dem Eintrittspreis gleichzeitig eine gemeinnützige Organisation unterstützt, die sich aktiv für den Erhalt der maorischen Kultur einsetzt.
Spannende Einblicke in die Handwerkskunst der Maori

Zu Beginn der Tour wurden wir durch die drei verschiedenen Kunsthandwerksschulen geführt: Holzschnitzerei, Jade-, Knochen- und Steinverarbeitung sowie Weberei. Wir konnten den angehenden Maori-Künstlern direkt bei der Arbeit zusehen und erleben, mit wie viel Geduld und Präzision hier traditionelle Techniken weitergegeben werden.
Besonders schön fanden wir, dass wir uns mit ihnen über die Bedeutung der Symbole und Formen austauschen konnten – so bekamen die Kunstwerke noch einmal eine ganz andere Tiefe und Geschichte.
Kiwis in Rotorua sehen: Unser Besuch im Kiwi Conservation Centre
Nach dem Rundgang durch das Institute ging es wieder nach draußen (in den Regen!) – zu einem kleinen, unscheinbaren Häuschen. Unser Tourguide überraschte uns mit der Info, dass der nächste Stopp das Kiwi Conservation Centre sei. Wir wussten nicht, dass dies Teil der Tour ist, und waren sofort neugierig darauf, eines der seltenen flugunfähigen Tiere Neuseelands aus nächster Nähe zu sehen.
Der Guide erklärte uns, dass Kiwis für die Maori heilige Tiere sind und dass auf das Fotografieren der Tiere hohe Strafen stehen sollen. Ob das wirklich stimmt, wissen wir nicht – aber ich habe noch nie so viele Reisende gleichzeitig hastig ihre Kameras und Smartphones wegstecken sehen wie in diesem Moment.
Da Kiwis nachtaktiv sind, war es im Inneren des Hauses fast vollständig dunkel, nur ein schwaches Rotlicht erhellte den Raum. Entlang einer großen Glasscheibe beobachteten wir das Gehege, das aus Sträuchern und erdigem Untergrund bestand.
Und plötzlich passierte es:
Zwei Kiwis huschten kurz hinter den Büschen hervor und begannen, im Boden nach Futter zu graben. Sie waren deutlich größer – und viel „borstiger“ – als ich sie mir vorgestellt hatte!
Pōhutu Geysir in Rotorua: Beeindruckendes Naturspektakel im Thermal Valley in Neuseeland
Nach dieser tollen Überraschung ging es – natürlich immer noch im Regen – weiter mit der Führung im Thermal Valley. Dort sahen wir zum ersten Mal den Pōhutu Geysir, das wohl bekannteste Naturhighlight in Te Puia.
Er ist der größte Geysir der Südhalbkugel und gehört zu den aktivsten in ganz Neuseeland. Bis zu 20-mal täglich bricht der Geysir auf ganz natürliche Weise aus – ohne künstliche Auslöser oder Hilfsmittel wie Seife oder Chemikalien. Im Gegensatz dazu wird der bekannte Lady-Knox-Geysir im Wai-O-Tapu Thermal Wonderland täglich gezielt ausgelöst, damit Besucher das Naturschauspiel zu einer festen Uhrzeit erleben können.
Wir hatten jedenfalls das große Glück, den Pōhutu Geysir sprudeln zu sehen.
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Nach dem Aussichtspunkt am Pōhutu Geysir endete die geführte Tour und wir konnten das Te Puia Geothermal Valley auf eigene Faust erkunden. Über gut ausgebaute Holzstege führt der Weg vorbei an dampfenden Thermalquellen, brodelnden Schlammpools und kleinen Kratern, aus denen immer wieder heiße Dampfschwaden aufsteigen.
Besonders schön fanden wir, dass sich der Pōhutu Geysir dabei immer wieder aus neuen Perspektiven zeigt – mal ganz nah, mal etwas weiter entfernt mit Blick über das gesamte Thermalgebiet. So wirkt jede Ecke ein bisschen anders.
Wir fühlten uns in dieser Landschaft oft wie auf einem fremden Planeten und haben den Spaziergang durch die blubbernden und rauchenden Thermalfelder sehr genossen. Plane für diesen Teil ruhig noch einmal 30 bis 60 Minuten extra Zeit ein – es lohnt sich, alle kleinen Abzweigungen zu gehen und immer wieder etwas Neues zu entdecken.
Tour-Optionen in Te Puia – welche Erlebnisse gibt es?
Neben der normalen geführten Tour durch das Geothermal Valley gibt es in Te Puia auch Erlebnisse, die Kultur und Kulinarik mit einbeziehen:
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Standard-Führung durch Te Puia*
Geführter Rundgang durch Thermalgebiet, Maori Arts and Crafts Institute und Kiwi Conservation Centre mit Erklärungen zur Kultur und Natur. -
Geführte Tour mit traditionellem Haka-Tanz*
Kombination aus Geothermal-Führung und kultureller Vorführung mit Gesang, Tänzen und dem berühmten Haka. -
Abendtour mit Hangi-Essen & Performance*
Geführter Rundgang bei Nacht, traditionelle Maori-Show und gemeinsames Abendessen aus dem Erdofen (Hangi).
Wir haben die Standard-Tour gemacht, weil die Tour mit dem Haka-Tanz leider ausgebucht war. Die Standard-Tour kannst du auch kurzfristig noch buchen, die anderen beiden Erlebnisse sind oft einige Tage oder Wochen (vor allem in der Hauptsaison) im Voraus ausgebucht – daher am besten vorher schon Tickets besorgen.
Der Whakarewarewa Forest in Rotorua
The Redwoods: Spaziergänge zwischen Mammutbäumen und Farnen
Rund um Rotorua gibt es so viele unterschiedliche Landschaften, dass wir uns spontan für einen Abstecher in den Whakarewarewa Forest entschieden.. Einheimische nennen den Wald einfach nur „The Redwoods“ – und das passt ziemlich gut: Die hoch aufragenden Mammutbäume prägen gemeinsam mit riesigen Farnen das Landschaftsbild und versetzen einen fast in eine andere Welt.
Schon nach wenigen Minuten fühlten wir uns mitten in der Natur. Zwischen den dichten Baumriesen herrscht eine besondere Ruhe, nur unterbrochen vom Rascheln der Farne und dem Knacken der Äste unter den Schuhen. Gerade nach den dampfenden Thermalgebieten rund um Te Puia war der Wald ein wunderschöner Kontrast.

Hoch über den Baumwipfeln der Mammutbäume: der Redwoods Treewalk
Durch den Forest führen zahlreiche Pfade in unterschiedlicher Länge, die häufig als Rundwege („Loops“) angelegt und gut ausgeschildert sind. So kann man ganz entspannt eine kurze Runde drehen oder auch länger durch den Wald spazieren.
Ein zusätzliches Highlight ist der Redwoods Treewalk. Hier läufst du hoch über dem Waldboden schwebend zwischen den mächtigen Mammutbäumen entlang. Auf rund 700 Metern Strecke führen dich 28 Hängebrücken und 27 Plattformen durch die Baumkronen – ein ganz besonderes Naturerlebnis.
Es regnete zwar nach wie vor, aber wir ließen es uns nicht nehmen, auf den Plattformen immer wieder innezuhalten und diese wunderschöne Szenerie aus riesigen Baumstämmen und sattem Grün zu genießen. Gerade die Perspektive von oben macht den Wald noch einmal beeindruckender.
Die Tour kann man auch abends im Dunkeln machen. Dann sorgen zahlreiche Laternen hoch in den Bäumen für ein stimmungsvolles Licht, das den Wald in eine fast magische Atmosphäre taucht – etwas, das wir uns für die nächste Neuseeland-Reise definitiv vorgenommen haben.
Preise (Stand 2026):
Der Redwoods Treewalk kostet etwa 42 NZD für Erwachsene (ca. 23–25 €) und 26 NZD für Kinder (ca. 14–16 €). Familienkarten liegen je nach Kombination ungefähr zwischen 89 und 124 NZD (ca. 49–74 €).
Auch wenn uns der Preis zunächst recht hoch erschien, würden wir den Treewalk jederzeit wieder machen. Die besondere Aussicht zwischen den Baumkronen und die ruhige Atmosphäre sind das Geld absolut wert.
Rotorua-Sehenswürdigkeit für Familien
Der Redwoods Treewalk ist auch für Familien geeignet: Für Babys und Kleinkinder gibt es einen speziellen Kinderwagen, der für die Hängebrücken konzipiert wurde und mit dem man bequem den Treewalk als Familie genießen kann.
Tipp für schlechtes Wetter in Rotorua
Der Treewalk ist auch bei Regen sehr gut machbar. Die dichten Baumkronen schützen überraschend gut vor Nässe, sodass man selbst bei schlechtem Wetter entspannt unterwegs sein kann. Für uns war es trotz Regen eines der schönsten Naturerlebnisse in Rotorua.
Tagesausflug ab Rotorua nach Matamata
Da wir am nächsten Tag den Hobbits einen Besuch abstatten wollte, fuhren wir nach dem Spaziergang mit unserem Camper in Richtung Matamata, um auf halber Strecke einen Campingplatz für die Nacht anzusteuern. Wir entschieden uns mit einem kurzen Blick in die CamperMate App für den TECT Park Freedom Campsite.
Es ist ein kleinerer Platz inmitten eines Waldgebiets, der recht abgeschieden liegt. Bei tollem Wetter sicher ein idyllischer Spot, um inmitten der Natur zu campen.
Hier entdeckten wir zum ersten Mal etwas, was wir nach wie vor genial finden: Das KiwiCamp.
Dabei handelt es sich um einen kleinen Gebäudeblock, der alles bietet, was man sich als Reisender so wünscht: Toiletten, Duschen, Waschmaschinen, Frischwasser, freies Wi-Fi, eine Abfallstation und sogar eine Küche. Für Duschen, Waschmaschinen und die Küche benötigt man sogenanntes KiwiCash: Ein Schlüssel, den man an vielen Stellen einmal kaufen und dann immer wieder mit Geld aufladen kann.
Das Wetter war leider immer noch ungemütlich, dafür waren „unsere vier Wände“ umso gemütlicher und wir ließen den Abend im prasselnden Regen ausklingen.
Unser Erlebnis bei den Hobbits

Weil Rotorua super zentral auf der Nordinsel liegt, haben wir einen Tagesausflug nach Hobbiton (Matamata) eingeschoben. Das ist ideal, wenn du ohnehin in Rotorua übernachtest: morgens los, Tour durchs Filmset, nachmittags wieder zurück. Unsere komplette Erfahrung, Preise & Buchungstipps findest du hier:
Wai-O-Tapu Thermal Wonderland

Farbenfrohe Kraterseen & Geysire bei Rotorua
Da unsere Hobbiton-Tour früher als geplant startete und wir anschließend noch viel Zeit übrig hatten, entschieden wir uns spontan, noch einmal zurück Richtung Rotorua zu fahren, um ein weiteres bekanntes Geothermalgebiet zu besuchen: den Wai-O-Tapu Thermal Wonderland Park.
Besonders gespannt waren wir auf die farbenfrohen Kraterseen, die dampfenden Quellen und vor allem auf den berühmten Champagne Pool mit seiner leuchtend orangefarbenen Umrandung. Leider kamen wir am Nachmittag genau zehn Minuten zu spät am Eingang an. Vor Ort erfuhren wir, dass der Park seine Öffnungszeiten inzwischen geändert hatte – und die Zeiten aus unserem Reiseführer nicht mehr aktuell waren. Selbst unsere süßesten Hundewelpen-Blicke halfen diesmal nichts.
So blieb uns das Naturspektakel an diesem Tag leider verwehrt und wir waren zunächst etwas enttäuscht. Nach kurzer Zeit konnten wir aber schon wieder darüber lachen und meinten, dass wir dann eben noch einmal nach Neuseeland kommen müssten.
Planungstipp für Sehenswürdigkeiten in Rotorua
Plane Sehenswürdigkeiten mit Eintritten lieber am Vormittag oder Mittag ein, einige Attraktionen schließen schon am frühen Nachmittag. Checke vorher am besten die aktuellen Öffnungszeiten online.
Kurzer Abstecher zu den Redwoods und Weiterfahrt Richtung Waitomo
Vom Vortag wussten wir bereits, wie schön der Redwood-Wald in der Nähe von Rotorua ist, und steuerten ihn deshalb noch einmal gezielt an. Diesmal entschieden wir uns für einen entspannten 4-Kilometer-Loop-Trail, der uns durch die beeindruckende Waldlandschaft mit riesigen Farnen und hohen Mammutbäumen führte – ein bisschen wie ein Spaziergang durch den Dschungel.
Gerade für eine kurze Wanderung oder als ruhigen Ausgleich zu den vielen Sehenswürdigkeiten in Rotorua eignet sich dieser Weg perfekt.
Am frühen Abend machten wir uns dann mit unserem Wohnmobil – ein wenig wehmütig – auf den Weg zu unserem nächsten Übernachtungsplatz: dem Juno Hall Backpackers in Waitomo.
Denn für den folgenden Tag hatten wir bereits das nächste Highlight geplant: einen Besuch der Glühwürmchen-Höhlen von Waitomo, auf den wir uns riesig freuten.
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