
Zwei Gipfel, rund zehn Kilometer und eine Wanderung, die wir sofort wiederholen würden! Unsere Fellhorn-Gratwanderung von der Kanzelwand zum Söllereck gehört zu den schönsten Bergtouren, die wir bisher gemacht haben.
Was uns auf dieser Strecke so begeistert hat? Wir nehmen dich mit auf unsere Kanzelwand-Wanderung, zeigen dir die schönsten Wegabschnitte und verraten, wie anspruchsvoll die Tour ist und was du bei der Planung beachten solltest.
Kanzelwand: Aufstieg zum Gipfelkreuz
Unsere Kanzelwand-Wanderung begann in Riezlern im Kleinwalsertal. Mit der Kanzelwandbahn fuhren wir auf 1.957 Meter Höhe und starteten von der Bergstation direkt zu unserem ersten Ziel: dem Gipfelkreuz der Kanzelwand auf 2.058 Metern.
Der zusätzliche Aufstieg ist optional, für uns gehörte er allerdings zu den absoluten Highlights der Wanderung.
Über einen steinigen Bergpfad ging es bergauf bis zum Gipfelkreuz. Oben angekommen standen wir auf einem schmalen Gipfel mit steil abfallenden Berghängen und einer beeindruckenden Rundumsicht.
Was für ein Panorama!
Ringsherum erstreckten sich die Gipfel der Allgäuer Alpen, tief unter uns lag das Kleinwalsertal. Besonders die steilen Hänge rund um die Kanzelwand machten den Ausblick spektakulär.
Hier oben zu stehen und die Bergwelt aus dieser Perspektive zu betrachten, war einfach großartig. Wir genossen die Aussicht und waren schon jetzt begeistert von unserer Wanderung.
Über die Rote Wand zum Fellhorn
Nach unserem Abstecher zum Kanzelwand-Gipfel folgten wir dem Wanderweg Richtung Fellhorn. Auch hier hast du die Wahl zwischen mehreren Wegen. Wir entschieden uns für die etwas längere Variante über die Rote Wand.
Die Rote Wand gab uns einen ersten Vorgeschmack auf die Gratwanderung und ist aus unserer Sicht absolut zu empfehlen. Auf der einen Seite blickten wir ins Kleinwalsertal, auf der anderen lag unter uns der Riezler Alpsee.

Danach ging es weiter zum Fellhorngipfel. Mit dem Aufstieg zur Kanzelwand, dem Abstecher über die Rote Wand und dem Weg hinauf zum Fellhorn hatten wir bereits einen Großteil der Anstiege hinter uns.
Und das merkten wir langsam in den Beinen!

Fellhornbahn: Pause mit Bergblick
An der Bergstation der Fellhornbahn legten wir dann eine Pause im Gipfelrestaurant ein: mit Blick auf die Berglandschaft gemütlich sitzen und etwas essen und trinken – genau unser Ding!
Unser Tipp für eine Abkürzung:
Wenn du die Wanderung etwas abkürzen möchtest, kannst du die Route übrigens auch hier starten und statt der Kanzelwandbahn die Fellhornbahn nehmen.
Fellhorn-Gratwanderung: Unser schönster Streckenabschnitt
Hinter dem Fellhorn folgten wir dem Bergkamm über den Schlappoldkopf in Richtung Söllerkopf.
Was für ein Wanderweg!
Bestimmt eine Stunde lang waren wir auf den schmalen Gratwegen unterwegs. Die Pfade verliefen teilweise direkt auf dem Bergkamm, mit steil abfallenden Hängen auf beiden Seiten.
Durch die kleinen An- und Abstiege wechselten die Perspektiven ständig. Mal blickten wir auf die eine Seite des Grats, kurz darauf eröffnete sich auf der anderen Seite ein völlig neues Panorama. Und noch etwas faszinierte uns: Nie zuvor hatten wir so große, bunte Schmetterlinge gesehen wie hier oben!
Trotz der teilweise steilen Abhänge empfanden wir die Gratwanderung als sicher. Die Wege waren für uns problemlos zu bewältigen und an Abstiegen gab es oft Seile zum Festhalten. Überrascht waren wir außerdem davon, wie wenige andere Wanderer uns begegneten. So konnten wir die langen Gratpassagen richtig genießen.
Für uns war dieser Abschnitt der Höhepunkt der gesamten Wanderung. Genau solche Wege lieben wir!
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Über den Söllerkopf zur Sölleralpe
Nach den langen Gratpassagen führte uns die Wanderung weiter Richtung Sölleralpe.
Hier wurde der Weg stellenweise richtig steil. Da waren wir über unsere festen Wanderschuhe froh! An manchen Stellen gab es Drahtseile zum Festhalten, anderswo mussten wir ziemlich kraxeln, um weiterzukommen.

Zu gerne wären wir auch in der urigen Sölleralpe eingekehrt. Allerdings mussten wir uns etwas beeilen, um die letzte Talfahrt der Söllereckbahn noch zu erwischen.
Zu gerne wären wir auch in der urigen Sölleralpe einkehrt, wir mussten uns jedoch etwas beeilen, um die letzte Talfahrt zu erwischen.
Von der Sölleralpe zur Söllereckbahn
Auf dem letzten Abschnitt wurde die Wanderung wieder deutlich einfacher.
Von der Sölleralpe folgten wir einem breiteren Wander- und Schotterweg zur Bergstation der Söllereckbahn. An der Söllereckbahn auf rund 1.358 Metern Höhe endete unsere Wanderung schließlich. Insgesamt waren wir etwa fünfeinhalb Stunden unterwegs, inklusive unserer Pausen.
Mit der Bergbahn fuhren wir ins Tal und nahmen anschließend den Bus zurück nach Riezlern.
Tipps für die Fellhorn-Gratwanderung
Damit du deine Wanderung von der Kanzelwand über das Fellhorn zum Söllereck gut planen kannst, findest du hier die wichtigsten Informationen zu Parkplätzen, Bergbahnen, Rückfahrt und Ausrüstung.
Parken an der Kanzelwandbahn in Riezlern
Wir reisten mit dem Auto nach Riezlern im Kleinwalsertal. Direkt an der Talstation der Kanzelwandbahn (Walserstraße 77) befindet sich der Parkplatz P4 mit 45 Stellplätzen.
Alternativ kannst du den rund 300 Meter entfernten Parkplatz P5 mit 150 Stellplätzen nutzen.
Das Tagesticket kostet auf beiden Parkplätzen 5 Euro (Stand 2026). Bezahlen kannst du am Parkautomaten oder über die Parkster-App.
Kombiticket für Kanzelwandbahn und Söllereckbahn
Für die Streckenwanderung gibt es ein praktisches Kombiticket der Oberstdorf Kleinwalsertal Bergbahnen, was deutlich günstiger als zwei Einzeltickets ist.
Es beinhaltet die Bergfahrt mit der Kanzelwandbahn und die Talfahrt mit der Söllereckbahn.
Im Sommer 2026 kostete das Kombiticket für Erwachsene 41,30 Euro.
Die letzte Talfahrt der Söllereckbahn war im Sommerfahrplan 2026 um 17 Uhr vorgesehen.
Informiere dich vor deiner Tour über die aktuellen Preise und Betriebszeiten.
Mit dem Walserbus zurück nach Riezlern
Nach der Talfahrt mit der Söllereckbahn haben wir den Walserbus der Linie 1 Richtung Baad genommen. An der Haltestelle Kanzelwandbahn in Riezlern sind wir wieder ausgestiegen und waren in wenigen Minuten am Parkplatz.
Das Busticket hat uns 5 Euro pro Person gekostet und konnte direkt im Bus gekauft werden.
Schau vor deiner Wanderung am besten nochmal auf den aktuellen Busfahrplan und die Ticketinformationen.
Einkehrmöglichkeiten an der Fellhornbahn und Sölleralpe
Unterwegs gibt es zwei schöne Möglichkeiten für eine Pause:
- Fellhorn-Gipfelrestaurant: An der Bergstation der Fellhornbahn auf 1.967 Metern kannst du mit Blick auf die umliegenden Berge sitzen und etwas essen oder trinken. Hier legten wir unsere längere Pause ein und genossen die Aussicht.
- Sölleralpe: Die bewirtschaftete Sennalpe liegt auf dem weiteren Weg Richtung Söllereckbahn. Hier kannst du ebenfalls einkehren und regionale Spezialitäten genießen. Die Alpe ist nur im Sommer bewirtschaftet (Mai bis Oktober).
Weitere Tipps für deine Wanderung auf dem Fellhorngrat
Unser Fazit: Wie schwierig ist die Fellhorn-Gratwanderung und lohnt sie sich?
Die Wanderung von der Kanzelwand über das Fellhorn zum Söllereck war für uns eine der schönsten Bergtouren überhaupt!
Vor allem die langen, schmalen Gratwege mit ihren ständig wechselnden Aussichten haben uns begeistert. Auch der Aufstieg zum Gipfelkreuz der Kanzelwand hat sich mehr als gelohnt.
Wir empfanden die Fellhorn-Gratwanderung als mittelschwer, empfehlen allerdings eine gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.
Besonders entlang der Grate waren die Wanderwege teilweise schmal und recht luftig. Auf beiden Seiten ging es stellenweise steil bergab. Wir kamen mit diesen Passagen gut zurecht und fanden sie spannend, aber zu keinem Zeitpunkt unangenehm.
Auch die Kondition spielt eine wichtige Rolle. Die Route führt zwar insgesamt bergab, beinhaltet aber mehrere Anstiege und längere Abstiege. Besonders der zusätzliche Aufstieg zum Kanzelwand-Gipfel verlangt etwas Kraft. Du kannst ihn auslassen und direkt von der Bergstation Richtung Fellhorn wandern. Die Aussicht vom Gipfelkreuz würden wir dir allerdings unbedingt empfehlen!

Vom Panorama her können wir die Wanderung durchaus mit unserer 3-Seen-Tour im Tannheimer Tal vergleichen, die ebenfalls zu unseren absoluten Favoriten zählt.
Wenn du trittsicher und schwindelfrei bist und aussichtsreiche Bergwege liebst, können wir dir diese Tour nur ans Herz legen. Wir würden sie sofort wiederholen!
Weitere schöne Wanderungen findest du in unserem Beitrag Wandern im Allgäu.
Noch mehr Wanderungen im Allgäu:
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