Lake Tekapo & Lake Pukaki: Wandern, Camping & unsere Tipps
Lake Tekapo und Lake Pukaki gehören zu den Landschaften, die man sofort mit Neuseeland verbindet: intensiv türkisfarbene Seen, weite Graslandschaften und dahinter die schneebedeckten Southern Alps.
Wir verbrachten drei Tage in der Region, fuhren am Lake Pukaki entlang Richtung Mount Cook, wanderten auf den Mount John und standen an unserem letzten Abend am Lake Tekapo unter der Milchstraße.
In diesem Beitrag zeigen wir dir unsere Route rund um Lake Tekapo und Lake Pukaki, was du dort unternehmen kannst, wo du übernachten kannst und wie viel Zeit wir für die Region einplanen würden.
Tag 1: Von den Moeraki Boulders zum Lake Pukaki
Nach unserem Morgen an den Moeraki Boulders fuhren wir weiter Richtung Mackenzie Basin. Laut Google Maps lagen nur 188 Kilometer und gut zwei Stunden Fahrt vor uns.
In der Neuseeland-Roadtrip-Realität wurden daraus bei uns eher vier.
Zunächst führte die Straße durch viel Farmland. Je näher wir dem Mackenzie Basin kamen, desto abwechslungsreicher wurde die Strecke: kleine Seen, Flüsse, weite Graslandschaften und dahinter die ersten schneebedeckten Berge.
Am frühen Nachmittag erreichten wir den Lake Pukaki.
Seine milchig-türkise Farbe entsteht durch feinste Gesteinspartikel, die von den Gletschern abgeschliffen werden und mit dem Schmelzwasser in den See gelangen. Selbst unter grauem Himmel leuchtete das Wasser intensiv türkis.
Da es rund um Lake Pukaki kaum Infrastruktur gibt und wir noch etwas essen wollten, fuhren wir spontan rund 40 Minuten weiter zum Lake Tekapo.
Hier liegt direkt am See ein kleiner Ort mit Restaurants, Supermarkt und Unterkünften. Wir liefen zunächst am Wasser entlang und warfen einen ersten Blick auf die Church of the Good Shepherd.
Anschließend wollten wir noch etwas essen. Einige Restaurants hatten allerdings noch geschlossen, die anderen waren bereits voll. Also stöberten wir durch die Souvenirshops nach Postkarten und kleinen Mitbringseln und fuhren danach zurück zum Lake Pukaki.
Wir übernachteten auf einem kostenlosen Stellplatz direkt am Lake Pukaki – See vor der Tür inklusive.

Am Abend kamen wir dort mit Paul aus Südkorea ins Gespräch und quatschten noch eine Weile bei heißem Tee.
In der Nacht vergaßen wir allerdings, eines unserer Camperfenster zu schließen. Bei gerade einmal sechs Grad am Tag und noch niedrigeren Temperaturen in der Nacht keine besonders gute Idee.
Entsprechend durchgefroren starteten wir am nächsten Morgen Richtung Berge.
Tag 2: Lake Pukaki & Mount Cook
Am nächsten Morgen fuhren wir weiter Richtung Aoraki/Mount Cook, mit 3.724 Metern der höchste Berg Neuseelands.
Der State Highway 80 verläuft kilometerlang am Westufer des Lake Pukaki und führt immer weiter auf die Southern Alps zu. Wir hielten mehrfach am Straßenrand, blickten über das türkisblaue Wasser und sahen die Berge mit jedem Kilometer näher rücken.
Unser Ziel war der Hooker Valley Track – eine der bekanntesten und meistbesuchten Tageswanderungen Neuseelands. Der Weg führt durch das Hooker Valley bis zum Hooker Lake am Fuß des Mount Cook. DOC spricht von Hunderttausenden Besuchern pro Jahr.
Hooker Valley Track: viele Besucher und knappe Parkplätze
Schon bei der Ankunft war es vorbei mit der Einsamkeit.
Der White Horse Hill Carpark war nahezu voll. Neben Autos und Campern standen große Reisebusse und nach mehreren Runden fanden wir schließlich noch einen eher improvisierten Platz in einer Nische.
Auch auf dem Track war einiges los. Schon auf den ersten 100 Metern begegneten uns mehr Menschen als teilweise während kompletter Wanderungen am Lake Marian oder auf dem Key Summit.
Das sollte man bei der Planung wissen: Rund um Lake Pukaki hast du kilometerweit offene Landschaft vor dir – am Mount Cook treffen dagegen viele klassische Neuseeland-Routen aufeinander.
Parkplatz-Tipp: Von November bis März warnt DOC besonders zwischen 10 und 16 Uhr vor knappen Stellplätzen am White Horse Hill. Aktuell kostet das Parken 2,50 NZD pro halbe Stunde, maximal 25 NZD pro Tag; die ersten 20 Minuten sind kostenlos.
Unsere Erfahrung auf dem Hooker Valley Track
Kurz nach dem Start überquerten wir die erste Hängebrücke und liefen mit Blick auf Mueller Lake und die umliegenden Berge weiter durch das Tal.
Dann zog das Wetter immer stärker zu. Der Wind nahm ordentlich Fahrt auf, der Regen wurde stärker und von den Bergen war irgendwann kaum noch etwas zu sehen.
Nach knapp einer Stunde brachen wir schweren Herzens ab.
Der Weg ist sehr stark ausgebaut. Für unseren Geschmack fast eine Spur zu gut – gerade die etwas wilderen Wanderungen im Fiordland oder im Tongariro Nationalpark hatten uns zuvor stärker gepackt.
Gut zu wissen: Der obere Teil des Hooker Valley Tracks war ab April 2025 gesperrt, nachdem Erosion die zweite Hängebrücke beschädigt hatte. Seit 28. Juli 2026 ist der komplette Track wieder bis zum Hooker Lake geöffnet. Die neue Brücke überspannt den Hooker River auf 189 Metern und ist die längste Hängebrücke Neuseelands.
Alternative Wanderung am Mount Cook: Kea Point Track
Wenn dir der Hooker Valley Track zu voll ist oder du weniger Zeit hast, schau dir den Kea Point Track an. Der Weg führt durch alpine Gras- und Buschlandschaft zu einem Aussichtspunkt über Mueller Glacier Lake, Hooker Valley und Mount Cook.
Vom Mount Cook Village brauchst du etwa zwei Stunden hin und zurück und überwindest rund 180 Höhenmeter. Startest du dort statt am White Horse Hill, bist du außerdem nicht auf den stark frequentierten Hooker-Valley-Parkplatz angewiesen.
Camping am Lake Tekapo

Auf dem Rückweg entlang des Lake Pukaki zeigte sich die Landschaft noch einmal bei Sonne, bevor wir unseren letzten Campingplatz der Reise ansteuerten: den Lakes Edge Holiday Park direkt am Lake Tekapo.
Auf diesen Platz hatten wir uns schon vor der Reise gefreut. Er liegt direkt am See und am Fuß des Mount John – damit waren wir für unsere letzten beiden Tage genau dort, wo wir sein wollten.
Reserviert hatten wir bereits rund ein Jahr im Voraus. An der Rezeption erfuhren wir dann, dass wir mit Campsite 29 einen der besten Stellplätze des Platzes bekommen hatten.
Beim Einparken verstanden wir sofort, warum:
Vor unserem Camper lag der Lake Tekapo, dahinter der Mount John – komplett ohne einen anderen Camper vor unserer Nase.
Genau von hier würden wir am nächsten Morgen auch zu unserer letzten größeren Wanderung starten.
Church of the Good Shepherd: zweiter Versuch bei Sonne
Am Nachmittag ließen wir den Camper stehen und liefen am Seeufer entlang zur Church of the Good Shepherd.
Die kleine Steinkirche hatten wir bereits am Vortag im Regen gesehen. Jetzt lag sie bei Sonne vor dem türkisfarbenen Lake Tekapo und den Bergen.
Die Church of the Good Shepherd wurde 1935 errichtet und steht direkt am See. Durch ihre Lage mit Lake Tekapo und den Southern Alps im Hintergrund gehört sie zu den bekanntesten Fotomotiven Neuseelands.
Entsprechend voll war es rund um die Kirche. Neben Individualreisenden hielten hier auch Reisebusse und größere Gruppen. Nur wenige Minuten weiter am Seeufer verteilten sich die Besucher dagegen schnell wieder.
Genau das haben wir rund um Lake Tekapo immer wieder erlebt: Die Landschaft wirkt unglaublich weit und ruhig, an den bekanntesten Stopps kann es trotzdem ziemlich voll werden.
Sterne beobachten am Lake Tekapo
Für den Abend hatten wir noch einen weiteren Plan: Stargazing.
Lake Tekapo liegt im Aoraki Mackenzie International Dark Sky Reserve und gehört damit zu den bekanntesten Orten für Sternenbeobachtung in Neuseeland.
Wir hatten bereits vor der Reise eine geführte Stargazing-Tour eingeplant. Als wir am Abend Richtung Treffpunkt liefen, war allerdings fast der gesamte Himmel von Wolken bedeckt.
Wir entschieden uns deshalb gegen die Tour und liefen zurück zum Campingplatz.
Zum Glück hatten wir noch einen Abend.
Tag 3: Wandern auf den Mount John

Unser letzter kompletter Tag am Lake Tekapo begann direkt vor dem Camper: Über dem See hing ein Regenbogen, dahinter lag der Mount John.
Genau dort wollten wir hinauf.
Vom Lakes Edge Holiday Park mussten wir dafür nicht einmal losfahren. Der Einstieg zum Mount John lag nur wenige Minuten entfernt und so starteten wir direkt vom Campingplatz.
Der erste Teil der Wanderung führte rund 30 Minuten relativ steil durch den Wald bergauf. Nach den ersten Höhenmetern wurde es schnell warm – dafür öffnete sich der Blick umso schöner, sobald wir die Bäume hinter uns ließen.
Plötzlich lag der Lake Tekapo weit unter uns.
Von hier oben wirkte das Türkis des Sees noch einmal ganz anders und mit jedem Meter wurde der Blick über das Mackenzie Basin weiter. Hinter uns lagen die offenen Graslandschaften, in der Ferne die Southern Alps.
Oben erreichten wir schließlich das Mount John Observatory. Die Sternwarte gehört zur University of Canterbury und ist die größte professionelle Forschungssternwarte Neuseelands. Mehrere Teleskope werden hier für astronomische Forschung genutzt.
Wir liefen noch ein Stück über den Bergrücken und blieben immer wieder stehen. Von oben konnten wir nicht nur über den Lake Tekapo schauen, sondern auch weit über das Mackenzie Basin und zu mehreren weiteren Seen.
Für den Rückweg entschieden wir uns gegen denselben Weg durch den Wald und nahmen stattdessen die längere Lakeshore-Route.
Dadurch wurde aus der Wanderung eine richtig schöne Runde: erst steil durch den Wald hinauf, dann über die offenen Hänge des Mount John und anschließend lange am See zurück Richtung Campingplatz.
Nach gut drei Stunden waren wir voller schöner Erinnerungen zurück.
Letzter Abend am Lake Tekapo
Zurück am Campingplatz genossen wir noch einmal unseren Platz direkt am Wasser.
Viel Zeit zum Nichtstun blieb allerdings nicht mehr: Am nächsten Morgen mussten wir den Camper in Christchurch zurückgeben. Also hieß es schweren Herzens langsam zusammenpacken, Schränke ausräumen und unsere Sachen für die Weiterreise sortieren.
Einen Punkt hatten wir für Lake Tekapo aber noch offen.
Nach der fast komplett bewölkten Nacht zuvor wollten wir dem Stargazing noch eine zweite Chance geben.
Spät am Abend liefen wir vom Campingplatz am Seeufer entlang und immer weiter weg von den Lichtern. Mit jedem Meter wurde der Himmel dunkler und immer mehr Sterne kamen zum Vorschein.
Und schließlich sahen wir auch die Milchstraße deutlich über uns.
Wir blieben noch eine ganze Weile am See stehen und schauten einfach nach oben.
Damit endete unser letzter kompletter Tag am Lake Tekapo genau so, wie wir es uns gewünscht hatten: mit einem klaren Sternenhimmel über dem See und der Milchstraße über uns.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Christchurch – und damit zum letzten Abschnitt unserer vierwöchigen Neuseeland-Reise.
Wie viele Tage für Lake Tekapo & Lake Pukaki? Unser Fazit
Für Lake Tekapo und Lake Pukaki würden wir 2 bis 3 Tage einplanen. Mit zwei Tagen kannst du beide Seen miteinander verbinden, am Lake Tekapo wandern und abends Sterne beobachten. Möchtest du zusätzlich einen ganzen Tag am Mount Cook verbringen, würden wir einen dritten Tag ergänzen.
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